Politischer Geistesblitze der Bundesregierung

Bürokratieabbau

Weiterbildungspflicht für Verwalter fällt Entbürokratisierungsoffensive zum Opfer ?

Im Bundeswirtschaftsministeriums hat man beschlossen, im Rahmen einer „Entbürokratisierungsoffensive“ ausgerechnet die Weiterbildungspflicht für Wohnimmobilienverwalter abzuschaffen – jene Pflicht, die erst 2018 eingeführt wurde, um mehr Professionalität in die Branche zu bringen. Alle drei Jahre, in der Summe 20 Stunden, für Grundlagen, Recht, Technik und Verbraucherschutz nachzuweisen, ist für die Damen und Herren am Schreibtisch des Ministeriums ein Akt der Bürokratie, verstehe das wer will, wir nicht!

Offenbar gilt jetzt das Prinzip: Wenn etwas funktioniert, schafft man es am besten sofort wieder ab.

Wir können über diese Pläne nur den Kopf schütteln. Denn die bestehende Pflicht ist ohnehin das absolute Minimum, damit Verwaltung nicht zur Glückssache wird. Aber gut – es scheint, als wolle man stattdessen wieder mehr Raum für „kreative“ Interpretationen professioneller Standards schaffen. Zahlreiche Verwalterverbände sehen das glücklicherweise ebenso kritisch wie wir. Eines der seltenen Fälle, wo beide Interessenvertreter gleicher Meinung sind.

Am 5. November hat das Kabinett den Entwurf zum Bürokratieabbau verabschiedet und an den Bundesrat weitergereicht. Der Bundestag folgt demnächst. Auch im Koalitionsausschuss sollte das Thema bereits diskutiert werden – doch die Debatte über das Rentenpaket war offenbar so fesselnd, dass für dieses „Detail“ keine Zeit blieb. Man muss Prioritäten eben setzen. Der Verlauf dieses Gesetzesvorhabens bleibt schließlich… sagen wir: interessant.

Der VDWE lehnt die Pläne entschieden ab, denn „sie wissen nicht was sie tun“.

Kategorie:

Autor: