Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 92.2025, 49 erschienen:
Wärmemonitor 2024: Nach Energiekrise entwickeln sich Preise der Heizenergieträger sehr unterschiedlich / Sophie M. Behr, Till Köveker
Katkey: 13055904
Im Jahr 2024 haben die Haushalte in Deutschland ähnlich viel geheizt wie im Jahr zuvor. Die in der Energiekrise erreichten Heizenergieeinsparungen blieben also erhalten, wie Daten des Immobiliendienstleisters ista SE zeigen. Im Vergleich zu 2023 fielen die CO2-Emissionen temperaturbereinigt um drei Prozent. Die Preise für Heizenergie stiegen 2024 im Durchschnitt nur noch um 6,2 Prozent, allerdings gab es starke Unterschiede zwischen den einzelnen Energieträgern: So fielen die Preise für Heizöl um zehn Prozent, während sie für Erdgas um fünf Prozent und für Fernwärme um 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr stiegen. Im Jahr 2023 war es noch umgekehrt: Gas- und Heizölpreise stiegen 2023 stark, der Preis für Fernwärme blieb hingegen konstant. Der Preisanstieg bei Fernwärme im Jahr 2024 liegt also zu einem großen Teil an einer verzögerten Weitergabe des Gas- und Ölpreisanstiegs. Fernwärme spielt eine wichtige Rolle bei der Erreichung der Klimaziele; ihre Akzeptanz könnte durch dauerhaft höhere Preise allerdings sinken. Um dem entgegenzuwirken, braucht es einen stabilen regulatorischen Rahmen, um mehr Investitionssicherheit zu gewährleisten, aber auch größere Transparenz bei der Preisgestaltung.
In: DIW Wochenbericht 92 (2025), 49, S. 783-795
